Die meisten Christen haben eine begrenzte Vorstellung davon, was eine biblische Weltanschauung ausmacht. Sehr wahrscheinlich glauben viele, dass das irdische Leben des Christen lediglich eine Warteschleife für den Himmel ist. Die Erde dient als Zwischenstation für das wahre Leben nach dem Tod. Hat Gott uns dazu erschaffen? Wir werden geboren, leben unser Leben so gut wir können, und dann bereiten wir uns auf den Himmel vor. In der Zwischenzeit ist es das Ziel eines Christen, die Verlorenen für die kommende Welt zu evangelisieren.

Einige gingen noch weiter, indem sie sich abgeschiedenen, religiösen Orden wie einem Kloster anschlossen. Eines der spirituellsten Dinge, die ein Mensch in der römisch-katholischen Kirche tun konnte, war, Priester oder Nonne zu werden, zwei religiöse Orden, die das Schöpfungsgebot, fruchtbar zu sein und sich zu vermehren, negierten.

Der Protestantismus nun, hat seine eigene Version des Klosterlebens entwickelt, das sich als „geistliches Leben“ tarnt. Predigten sind auf das persönlich, geistliche beschränkt. Jesus ist transformierend für den Einzelnen mit einigen Auswirkungen auf die Familie und das Leben im Allgemeinen, aber so etwas wie es der FilmGeneral Magic zeigt, können sie sich nicht vorstellen. Über diese begrenzten Wirkungsbereiche hinaus hat die moderne christliche Theologie leider wenig zu sagen. Wenn du „Ermutigung“ brauchst um depressiv zu werden oder dich ins Kloster zurüzuckziehen, brauchst du nur in einer christlichen Buchhandlung zu stöbern.

John Nelson Darby, der Begründer des dispensationalen Prämillennialismus‘ und der Lehre der „Entrückung“ der Trübsal, die zur Grundlage wurde für das Buch Alter Planet Erde wohin? (1970) sowie für die mehrbändige Romanserie „Left Behind“, lehrte, dass „die bevorstehende Wiederkunft Christi alles Arbeiten für zukünftige, irdische Objekte völlig verbietet’“ (Francis William Newman, Phases of Faith; or, Passages From the History of My Creed (London: George Woodfall and Son, 1850), 35.) Dies beinhaltete seiner Ansicht nach das Studium der Mathematik, Medizin, Kunst, Musik und aller anderen Wissenschaften, es sei denn es würde „unmittelbare geistliche Resultate hervorbringen.” (Newman, Phases of Faith , 37.) Darby hätte wohl die Druckerpresse gutgeheißen, aber nur weil ein solches Gerät die Bibel in Rekordzahlen und billiger hat reproduzieren können. Auch Darbys eigene Werke könnten ja damit vervielfältigt werden. Aber über diese Notwendigkeiten hinaus wurden die geschaffene Welt und ihre Möglichkeiten letztendlich als ungeistlich betrachtet.

Die Reduzierung des Christentums

Christen reden, gehen und handeln oft wie es die Humanisten wünschn. Die Humanisten wollen nicht, dass Christen sich in die Angelegenheiten dieser Welt einmischen, und so wollen es auch viele populäre christliche Schriftsteller und Lehrer. Deshalb regieren oft soziale und politische Ohnmacht und das wird sogar noch von vielen Christen befürwortet.

Ich vermute, dass, wenn die Scofield-Bibel bereits im siebzehnten Jahrhundert existiert hätte, es nie eine westwärts gerichtete Wanderung von Christen gegeben hätte, um das zu bauen, was als “eine Stadt auf einem Berg” bekannt geworden ist. Die 105 Kolonisten und Seeleute, die in die Neue Welt aufbrachen, führten die Genfer Bibel mit sich. Bevor sie ihre dauerhafte Siedlung fanden, sprach Rev. Robert Hunt (1568-1608) am 29. April 1607 am Cape Henry (heute Virginia Beach, Virginia) das folgende Gebet:

„Wir weihen hiermit dieses Land und uns selbst dem Herrn, um die Menschen innerhalb dieser Küsten mit dem Evangelium Jesu Christi zu erreichen und gottesfürchtige Generationen nach uns zu erziehen und mit diesen Generationen das Reich Gottes auf die ganze Erde zu bringen. Möge dieser Bund der Hingabe für alle Generationen bestehen bleiben, solange diese Erde besteht, und möge dieses Land, zusammen mit England, Evangelist für die Welt sein. Mögen alle, die dieses Kreuz sehen, sich daran erinnern, was wir hier getan haben, und mögen die, die hierherkommen, um hier zu leben, sich uns anschließen in diesem Bündnis und in diesem höchst edlen Werk, damit die Heilige Schrift erfüllt werde.“

Hunt erinnerte seine Schiffskameraden daran, dass das Reich Gottes ihre Priorität war, und dass sie zukünftige Generationen im Blick hatten. “Von diesen Ufern aus”, erinnerte Hunt sie, “soll das Evangelium nicht nur in diese Neue Welt, sondern in die ganze Welt hinausgehen.” Zum Abschluss des Gebets wurde die folgende Bibelstelle vorgelesen: “ An allen Enden der Erde wird man zur Einsicht kommen, und die Menschen werden zum Herrn umkehren. Alle Völker werden sich vor dir, ´Herr`, niederwerfen und dich anbeten. Denn dem Herrn gehört das Königtum, er herrscht über alle Völker. ” (Ps. 22,28-29). Es gab kein Gerede über Satan, der die Welt regiert, keinen Aufruf, auf eine “Entrückung” der Gemeinde zu warten, keine prophetischen Zwischenzeiten oder Gerede über Harmagedon. Es ging nur um das Voranschreiten des Reiches Gottes. Sie glaubten an Gottes Bund für die Geschichte, wonach zukünftige Generationen “das Reich Gottes auf die ganze Erde bringen” würden – und, das ist der wichtige Teil – “solange diese Erde besteht.” Diese Konzepte stammten direkt aus den Notizen der Genfer Bibel mit ihrem progressiven Reich Gottes-Ansatz:

[The Geneva Bible] „Sie [die Genfer Bibel] lieferte einen Großteil des Genies und der Inspiration, die diese mutigen und treuen Seelen durch ihre Prüfungen trugen, und lieferte die geistige, intellektuelle und rechtliche Grundlage für die Gründung und das Gedeihen der Kolonien. So wurde sie die Grundlage für die Gründung der amerikanischen Nation.“

Regierung war mehr als nur Politik: Als erstes bedeutete es, sich unter Gott selbst zu regieren, dann die Familie, Kirche und zivile Regierungen. (Louis B. Wright, The Cultural Life of the American Colonies: 1607–1763 (New York: Harper & Brothers, 1957) and Leland Ryken, Worldly Saints: The Puritans as They Really Were (Grand Rapids, MI: Zondervan, 1986).) Auch nach der Besiedlung von 1607 wurde die Genfer Bibel verwendet, um die Kolonisten aus der Ferne zu ermutigen, damit spätere englische Einwanderungswellen für dieselben Zwecke vorbereitet würden:

“Im Interesse der Kolonie in Virginia wurden in London zahlreiche Bücher veröffentlicht und viele Predigten gehalten, das meiste davon, wenn nicht alles, was wir untersuchen konnten, wurde von Männern verfasst, die die Genfer Bibel benutzten, vermutlich Puritaner. Das Werk „The Good Speed to Virginia“, geschrieben von Robert Gray, im Interesse der Unternehmungen, wurde 1609 in London veröffentlicht, und er zitiert aus der Genfer Bibel. Mehrere Predigten wurden vor der Virginia Company in London gehalten, für deren Dienst sie frei, wenn auch nicht einheitlich, Puritaner wählten. Die vielleicht erste derartige Predigt wurde in der White Chapel am 25. April 1609 von Rev. William Symonds, dem Pfarrer von Saint Saviours in Southwark, gehalten. Er benutzte die Genfer Bibel, wie seine Bibelzitate beweisen. (P. Marion Simms, The Bible in America: Versions that Have Played Their Part in the Making of the Republic (New York: Wilson-Erickson, 1936), 75–76.)

Was 1607 in Virginia einheitlich galt, traf auch auf die Kolonie Plymouth im Jahr 1620 zu. Wie die früheren Siedler von Jamestown kamen auch die Pilger, die zunächst in den Niederlanden Zuflucht gesucht hatten, mit der Genfer Bibel in der Hand in die neue Welt.

Amerikas christlicher Ursprung: Die unerzählte Geschichte

Das Christentum steht auf jeder Seite der erstaunlichen Geschichte Amerikas. Gary DeMar presents well-documented facts which will change your perspective about what it means to be a Christian in America; the truth about America’s Christian past as it relates to supreme court justices, and presidents; the Christian character of colonial charters, state constitutions, and the US Constitution; the Christian foundation of colleges, the Christian character of Washington, D.C.; the origin of Thanksgiving and so much more.

Im Mayflower Compact steht, dass sie die Reise “zur Ehre Gottes und zur Förderung des christlichen Glaubens” unternahmen. Dies beinhaltete eine kulturelle Anwendung der Bibel. Sie erklärten: ”[We] [Wir] schließen einen Bund und vereinigen uns zu einer zivilen politischen Körperschaft, zu unserer besseren Ordnung und Erhaltung und Förderung der oben genannten Ziele; und kraft dessen solche gerechten und gleichen Gesetze, Verordnungen, Gesetze, Verfassungen und Ämter von Zeit zu Zeit zu erlassen, zu konstituieren und zu gestalten, wie es für das allgemeine Wohl der Kolonie als am besten geeignet und zweckmäßig erachtet wird, denen wir alle gebührende Unterordnung und Gehorsam versprechen.” Sie bauten auf jeden Fall kein “Endzeit-System”.

In seinem 1630 erschienenen Model of Christian Charity (Modell der christlichen Nächstenliebe), gab John Winthrop (1577/8-1649) die folgende Ermahnung an die Menschen an Bord der Arabella, als diese sich der bestehenden Massachusetts Bay Colony anschließen wollten:

„Der Herr wird unser Gott sein und sich freuen, unter uns zu wohnen, als sein eigenes Volk, und wird einen Segen über uns in all unseren Wegen befehlen, so dass wir viel mehr von seiner Weisheit, Macht, Güte und Wahrheit sehen werden, als wir bisher kennengelernt haben. Wir werden feststellen, dass der Gott Israels unter uns ist, wenn zehn von uns in der Lage sein werden, tausend unserer Feinde zu widerstehen; wenn Er uns zu einem Lob und Ruhm machen wird, dass die Menschen von nachfolgenden Plantagen sagen werden: “Möge der Herr sie wie die von Neuengland machen.” Denn wir müssen bedenken, dass wir wie eine Stadt auf einem Hügel sein werden. Die Augen aller Menschen sind auf uns gerichtet.“ (John Winthrop, “Model of Christian Charity” (1630): Hier lesen.)

In seinem Buch Of Plymouth Plantation, einem Bericht aus erster Hand über die Kolonie, erzählt Bradford die quälende Geschichte, die sie in diese neue Welt brachte: “Satan hat sich von Zeit zu Zeit auf die eine oder andere Weise gegen die Heiligen erhoben, aufrechterhalten und fortgesetzt. Manchmal durch blutigen Tod und grausame Qualen; ein anderes Mal durch Gefängnisse, Verbannungen und andere harte Maßnahmen; denn er wollte nicht, dass sein Reich untergeht, die Wahrheit siegt und die Kirchen Gottes zu ihrer alten Reinheit zurückkehren und ihre ursprüngliche Ordnung, Freiheit und Schönheit wiedererlangen.” (William Bradford, Of Plymouth Plantation: 1620–1647, ed. Samuel Eliot Morison Morison mit Anmerkungen und Einleitung (New York: Alfred A. Knopf, 1970), 3.)

Bradford betrachtete diese äußeren Widrigkeiten nie als Zeichen für ein eschatologisches Ende oder eine Gleichgültigkeit gegenüber der gegenwärtigen Welt. Sie waren Herausforderungen. Während er die historischen Realitäten, die ihm ins Gesicht starrten, nie abtat, glaubte er doch, dass eine gläubige und aktive Gemeinde mit der Autorität des Reiches-Gottes sie in die Flucht schlagen konnte.

Original Article at: https://americanvision.org/posts/is-earth-just-a-way-station-to-heaven/